Aschermittwoch - Ein Zeichen für einen Neubeginn

5. März 2014

Symbolfoto zum Artikel: Aschermittwoch - Ein Zeichen für einen Neubeginn

Am 5. März 2014 begann mit dem Aschermittwoch die Fastenzeit, die Vorbereitungszeit auf das Osterfest. In der Pfarre Maria Lanzendorf - Lanzendorf wurde der Tag mit der traditionellen Segnung der aus den Palmzweigen des Vorjahres gewonnenen Asche und dem Auflegen des Aschenkreuzes begangen.
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Aus diesem Anlass wandte sich auch Kardinal Christoph Schönborn in "Thema Kirche" an die Öffentlichkeit. Seine Botschaft, seinen Aufruf zur Umkehr, geben wir hier wörtlich wieder: „Umkehr ist das große Thema der Fastenzeit. Wir sollen unser Leben ändern. Aber wie? Wohin umkehren? Welche Richtung nehmen? Wenn wir mit dem Auto umkehren, ändert sich nur die Fahrtrichtung, nicht unser Leben. Weniger Essen, weniger Unterhaltung, weniger Zerstreuung – all das ist gut und sinnvoll für die Fastenzeit. Aber Umkehr ist es noch keine. Es ist immer noch dasselbe, nur etwas weniger davon. Die Richtungsänderung muss grundlegender, radikaler sein. Sie muss nach innen gehen. Wir müssen in uns gehen, wie man so schön sagt. In Lebenskrisen, in Umbrüchen genügt es nicht mehr, einfach dasselbe weiterzutun, nur mit ein bisschen Kurskorrektur. Vom "verlorenen Sohn" im Gleichnis Jesu heißt es, er habe sein ganzes Erbteil durchgebracht und sei schließlich elend bis zum Schweinehirten heruntergekommen. "Da ging er in sich", heißt es im Gleichnis und will zu seinem Vater heimkehren. Umkehr hat, wenn sie tiefer gehen soll, etwas mit "In-sich-gehen" zu tun, mit Besinnung. Unser Leben ist heute dermaßen nach außen gerichtet, spielt sich so sehr an der Oberfläche ab, dass es mehr denn je darauf ankommt, nach innen zu blicken, "in sich" zu gehen und die so wichtige Dimension der Innerlichkeit zu pflegen. Umkehr im Sinne der Fastenzeit ist meines Erachtens dann gelungen, wenn wir wieder mehr wahrnehmen, was in uns lebt, wo unsere innere Stimme wieder hörbar wird. Das Evangelium vom zweiten Fastensonntag (Lk 9,28b-36) schildert eine Szene, die ganz von diesem "In-sich-gehen" spricht. Die Voraussetzungen dafür schafft Jesus selber: Er zieht sich, begleitet nur von drei Aposteln, auf einen hohen, einsamen Berg zurück. Ohne Stille keine Besinnung. Es ist ja kein Zufall, dass viele Menschen die Einsamkeit der Berge suchen, um zu sich selber zu finden. Jesus will aber nicht nur sich selber finden, sondern seinen Gott. Der Berg ist für ihn der Lieblingsort für das Gebet. In sich gehen, das heißt für Jesus immer auch den finden, der in seinem Innersten auf ihn wartet. Erst im Gebet kann sich zeigen, dass Gott da ist. Ohne Innerlichkeit bleiben wir äußerliche, oberflächliche Menschen. Und nun zeigt sich das Erstaunliche: Das Innere beginnt zu strahlen. Ein Mensch, der sich Zeit nimmt, in sich zu gehen, wird eine positive Ausstrahlung bekommen. So sehe ich das Evangelium von der Verklärung Christi. Es zeigt wie Jesus strahlend, leuchtend geworden ist. Nicht durch Scheinwerfer, sondern von innen heraus. Was die drei Apostel damals mit Jesus am Berg erlebten, das gibt es in kleinerem Maß bis heute. Überall wo Menschen ernsthaft umkehren, wo sie "in sich gehen" und dabei die Erfahrung der inneren Gegenwart Gottes machen, da beginnt ihr Leben zu leuchten, von innen heraus. Das ist der Sinn der Fastenzeit und nicht ein paar Kilo weniger (auch wenn das kaum ein Schaden ist)!“

Kommen wir dem Aufruf Kardinal Schönborns nach – suchen wir in der Fastenzeit vermehrt die Stille, die Ruhe, das Gebet – das offene, ehrliche Gespräch mit Gott! Überlassen wir IHM unsere Sorgen – er ist viel stärker als wir und kann sie viel leichter tragen!

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